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Schuelerzeitung

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Der 70-Jährige stellt mittlerweile den Albtraum eines progressiven Strebens nach Veränderung dar. Obwohl er sich im Namen der CDU vehement negativ über die AfD äußert, lassen seine Aussagen ihn mehr rechts und AfD-nah tendierend dastehen als politisch mittig, wo die CDU sich noch immer standfest einordnet. Woran liegt aber die Missgunst der Jugend und der progressiven Linken an unserem Bundeskanzler?

Merz‘ Arbeitsmoral

Friedrich Merz hält bekanntlich nicht viel von der selbst betitelten „Lifestyle-Teilzeit“. Er kritisiert die Einstellung jüngerer Menschen zur Arbeit, da diese, laut Merz, einen Ausstieg aus der hochgepriesenen Leistungsgesellschaft für Freizeitaktivitäten und Faulheit nutzen. Viele Mitglieder der Gesellschaft, die mit dieser Aussage angesprochen werden, sehen diese als lächerlich an. Vor allem kombiniert mit der Haltung gegen Einwanderer und Migranten wird es als ironisch befunden, die Arbeitsquote als zu niedrig einzustufen, während diese gerade noch durch Migration vom Kippen abgehalten wird. Die ungleichmäßige Dichte der Generationen, mit dem Schwerpunkt bei der Boomer-Generation, welche in den letzten Jahren ins Rentenalter kam, bringt beispielsweise das Rentensystem zum Kippen. Dieses beruht nämlich auf Einzahlungen der arbeitenden Generationen um den älteren Teil der Gesellschaft zu versorgen. Beispielsweise durch das Anwerbeabkommen, also das Anwerben von Arbeitskräften aus dem Ausland, wird die Dichte der Generationen wieder ausgeglichen. So geraten Wirtschaftssysteme nicht durch eine Generation, die in Rente geht, vollends aus dem Gleichgewicht. Außerdem sind vor allem Jugendlichen ihre eigenen Interessen und Freizeit wichtiger als das Arbeiten in einer Welt voller Fachkräftemangel und schwierig zu erwerbenden Studienplätzen. Merz kann sich in diesem Fall eher weniger in die Position vieler Jugendlicher versetzen. Er betitelt sich nämlich selbst als Teil des oberen Mittelstandes und Hobbyflieger und besitzt sogar einen eigenen Vermögensverwalter.

Diese, oft als realitätsfern wahrgenommene, Einstufung ist aus Perspektive vieler Jugendlichen lächerlich. Auch die geforderte Verminderung von Krankheitstagen und strengere Regulierung dieser, trägt nicht dazu bei, den Einstieg in die Leistungsgesellschaft und das Wirtschaftsleben attraktiver oder einfacher zu gestalten. Viele Fachkräfte, die ohnehin schon überarbeitet sind, könnten durch noch extremere Überarbeitung ins Burn Out verfallen sowie zu stark belastet werden. Aufgrund solcher Aussagen bemängeln viele Bürger, dass in der Politik unter Friedrich Merz meist eher Ältere Mitbürger profitieren.

Die Zukunft junger Generationen unter Merz‘ Kanzlerschaft

Das Einführen der Wehrpflicht ist in letzter Zeit ein besonders umstrittenes Thema. Vor allem mit dem Ukraine-Krieg sowie dem neuen Militärbündnis mit Israel, ist die Erneuerung und Verbesserung der vernachlässigten militärischen Sicherheit innerhalb Deutschland wichtig. Es mangelt an Modernisierung und Personal und für welchen die Regierung Vorschläge und Umsetzungsweisen sucht. 

Seit Dezember 2025 ist festgelegt, dass bei Beginn des 18. Lebensjahres alle jungen Männer und Frauen einen Wehrdienst Fragebogen zugesendet bekommen. Dieser ist für Männer verpflichtend und für Frauen freiwillig auszufüllen. Die Wehrpflicht für Frauen stand auch in Diskussion und eine gleichgeschlechtliche Wehrpflicht wurde unter anderem von Merz befürwortet.

Mittlerweile stößt man oft in Bereichen, in denen sich viele Jugendliche aufhalten, wie Bushaltestellen, oder Apps, wie Knowunity, eine Lernapp spezifisch für Schüler, auf Werbung fürs Militär. Trotz diesen Überzeugungsversuchen ist die Jugend eher gespalten, was diese Angelegenheit betrifft.

Vor allem der Aspekt, seine eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen, wegen Kriegen, für die die Regierungen der einzelnen Länder verantwortlich sind, ist keine positive Aussicht. Nun werden auch deutsche Soldaten aufgrund des Wehrpakts in Israel eingesetzt. Die meisten Generationen waren zwar nicht informiert oder großteil pro-israelisch eingestellt, aber, unter anderem in dem progressiverem Teil der Generation Z, häuft sich die pro-palestinensische Einstellung. Dies zeigt sich beispielsweise in Meinungsvideos in den sozialen Medien. Das evangelische Sonntagsblatt stellte im November 2025 fest, dass sich ein betrachtlicher Anteil der deutschen Gesellschaft generell einen mehr distanzierten Standpunkt zu Israel aufgrund dessen Verletzung der Menschenrechte wünsche. Bei einer Umfrage des evangelischen Sonntagsblatts gaben 78 Prozent eine Zustimmung zu dieser Kritik an.

Eine weitere Thematik, welche Merz befürwortet ist die Verurteilung 18-Jähriger nach dem Erwachsenenstrafrecht statt dem Jugendstrafrecht. Allerdings ist das Moralverständnis bekanntlich erst rundums 20. Lebensjahr und teilweise erst mit 25 vollends ausgeprägt. Eine Erneuerung des Rentensystems ist auch ein Punkt, welchem die CDU zustimmt und welches teilweise auf Kosten der kommenden Generationen basiert.

All dies spricht allerdings nur für politische Standpunkte die großteils die CDU betrifft und weniger die Privatperson Friedrich Merz. Man könnte meinen, dies lässt sich distanziert betrachten. Es gibt allerdings auch ein Beispiel für Friedrich Merz‘  Einstellung im Bezug zur Hilfeleistung für Kinder. Im Dezember 2024 war Friedrich Merz bei der Spenden-Gala der Kinderhilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ anwesend. Dies nutzte er, bei der Aufforderung, etwas zu spenden, als eine Möglichkeit, für die CDU zu werben. Er sagte, er würde 100€ pro Prozent für die CDU in der Umfrage des Jahreswechsels spenden. Schlussendlich spendete er 4000€. Katja Krasavice, eine bekannte deutsche Rapperin und Influencerin, hat im Vergleich insgesamt über mehrere Jahre 150.000€ gespendet. Folgend auf diese Spenden-Gala, waren viele Kritiker, welche diesen Vergleich aufbrachten und auf den Geiz, der reichen Politiker bei einer allgemeinnützigen Spendenaktion aufmerksam machten.

Friedrich Merz‘ konservative Sichtweise auf progressive Themen

Selbst die Bundestagspräsidentin, die selbst in der CDU ist, kritisierte noch vor 10 Monaten das deutlich männlich geprägte Abgeordnetenbild, welches die CDU aufweist. Auch wieß sie auf die Führungspositionen der CDU, die von Merz hauptsächlich mit Männern belegt wurden, auf. Die private Einstellung des Kanzlers lässt zudem sehr an Feminismus zu wünschen übrig. Teilweise kamen von Merz sexistische Witze, wie das Kommentar, dass ein weiblicher Name bei einem Sturm-Tief natürlich „reiner Zufall sei“. Andererseits gab es auch vergangene Abstimmungen im Bundestag, wie 2006 die Stimme gegen das Gleichberechtigungsgesetz oder 1997 gegen die vollständige Strafbarkeit der innerehelichen Vergewaltigung, wobei er sich später negativ zu dieser Entscheidung äußerte und sagte, er würde heute anders abstimmen.

Zudem wurde Merz in den vergangen Jahrzehnten immer wieder mit Queerfeindlichkeit assoziiert. Nicht nur bezeichnete der Verband Queere Vielfalt - LSVD+ in Bundestags-Wahlprüfsteinen einige Positionen der CDU als „gefährlich“ für queere Menschen, sondern auch Friedrich Merz traf einige abwertende Aussagen gegenüber Queerness. Erst 2020 verknüpfte er sexuellen Missbrauch von Kindern mit Homosexualität und auch die SPD stufte während der Verhandlung des Koalitionsvertrags, die Behandlung des Worts „queer“ und die Stigmatisierung des Wortes durch die Partei als schwierig ein. 

Zu dem Thema rund um vegane Ernährung steht Merz auch eher negativ. Veganismus wird mittlerweile immer wichtiger, da unter anderem die Fleischindustrie mittlerweile von Tierqual und Umweltbelastung geprägt ist. Immer mehr junge Menschen machen auf die Problematik der Fleischindustrie aufmerksam. Währenddessen behauptet Merz, dass eine Wurst eine Wurst sei und eine Wurst nicht vegan sei und sein Vermögungsverwalter immernoch einen der größten Investoren in fossile Energien darstellt.

Schluss

Merz weist also meiner Meinung nach oft eine kontraproduktive Doppelmoral auf, die weniger profitabel für den durchschnittlichen Deutschen ist. Es lässt sich argumentieren, dass seine Vorschläge und Aussagen weniger zum Wohl des Teils der Gesselschaft mit einem durchschnittlichen oder niedrigen Einkommen sind, zu welchem auch jüngere Bürger oft gehören, sondern eher für reichere, privilegierte Bürger. Seine progressive Seite lässt zu wünschen übrig und während neuere Generationen sich oft wohler mit ihrer queeren Identität fühlen, wird das Leben in Deutschland in einem noch konservativ eingestellten System, nicht gerade durch den akuten Rechtsruck oder die Aussagen unseres Bundeskanzlers, einfacher gemacht. Ein 70 Jahre alter, weißer Mann ist meiner Meinung nach, keine gute Representation für eine Gesellschaft die mittlerweile in jüngeren Kreisen von Feminismus, queerer Identität und Reformbedarf geprägt ist.

Eva-Maria Martin

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